Wenn man in den Wintermonaten über die Felder spaziert, sieht alles ruhig und friedlich aus. Die Landwirte sieht man nur noch selten. Wir haben unseren Bio-Bauern Karl Stephan gefragt, was er in den Wintermonaten macht.
Karl Stephan ist einer der derzeit rund 160 Bio-Bauern der Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe, von der die Neumarkter Lammsbräu ihre Rohstoffe bezieht. Direkt nach der Übernahme des elterlichen Hofs 1994 hat Karl Stephan ihn komplett auf Öko-Landbau und Öko-Milchviehhaltung umgestellt. Inzwischen hat der Hof 30 Milchkühe und etwa 60 Hektar Ackerfläche. So gibt es auch im Winter immer etwas zu tun.
Nach der Ernte ist vor der Ernte.
Wie nahezu überall beginnt auf den Äckern in der letzten Juliwoche die Getreideernte. Gleich im Anschluss beginnen die Vorbereitungen für das neue Jahr. Die Getreidekörner, die bei der Ernte auf den Boden gefallen sind, werden zum Keimen gebracht und zusammen mit den übrigen Stoppeln und etwas Mist in den Boden eingearbeitet. So stören die Körner die Folgefrucht nicht und der Boden erhält wieder Nährstoffe zurück.
Die Zwischenfrucht sorgt für Nährstoffe.
Im Herbst wird der Acker mit Leguminosen (z.B. Erbsen, Ackerbohnen) oder anderen Pflanzen und Gräsern begrünt. Diese Zwischenfrucht friert dann über den Winter ab und wird wieder eingeackert. So wird der in den Pflanzen gebundene Stickstoff wieder in den Boden gebracht und der Humus gibt erneut Nährstoffe für das nächste Jahr.
Am Josefstag geht’s aufs Feld.
In der Woche um den Josephstag – also Mitte März - geht es wieder auf das Feld. Karl Stephan arbeitet erneut die Pflanzen, die im späten Winter gekeimt sind, in den Boden ein. Zwei Tage später kann er dann mit der Aussaat der ersten Frucht, der Braugerste, beginnen. Gleichzeitig mit der Gerste sät er als Untersaat Leindotter aus. Im ökologischen Landbau greift man gern auf diesen sogenannten Mischfruchtanbau zurück. Die Pflanzen sind dann weniger anfällig gegenüber Krankheiten – ein ganz natürliches und ursprüngliches Pflanzenschutzmittel. Die beiden Pflanzen werden dann im nächsten Sommer geerntet. Da die Körner unterschiedlich groß sind, kann man sie gut auseinander sieben. Die Braugerste geht an die Neumarkter Lammsbräu und der Leindotter wird von Familie Stephan zu Öl verarbeitet.
Durch Arbeitsschritte wie dem Anpflanzen einer Zwischenfrucht oder dem Mischfruchtanbau kann Karl Stephan getrost auf den Einsatz von künstlichen Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln verzichten.
