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Klimaschutz durch Humus-Aufbau

Humus-Aufbau schützt das Klima – denn Humus bindet CO2. Und Kohlenstoff, der im Boden gebunden ist, steht nicht mehr für die Bildung des Treibhausgases zur Verfügung. Dagegen entweicht CO2 , wenn Humus verloren geht. Um das zu vermeiden, sollte ein gesunder Boden sein wie ein gesunder Darm: Ein gut funktionierendes Immunsystem, das eine große Vielfalt an Mikroorganismen beherbergt.

Denn nur im Zusammenspiel von Pflanze, Wurzeln und unterschiedlichsten Bodenlebewesen kann sich Humus entwickeln, der im besten Fall aussieht wie Kohle: schwarz. Die Biodiversität im Boden können Landwirte durch nachhaltigen Ackerbau fördern. Damit stärken sie das gesamte Ökosystem, entziehen der Atmosphäre durch vermehrte Humusbildung wieder CO2 und verbessern gleichzeitig die Fruchtbarkeit ihrer Böden. Um diesen Effekt noch zielgerichteter zu nutzen, rückte im Frühjahr 2019 die Firma CarboCert mit ungewöhnlichem Gerät auf einem Acker von Landwirt Werner Schwarz (Kallmünz) an, der zur Erzeugergemeinschaft der Neumarkter Lammsbräu EZÖB gehört. Anlass war die Entnahme von Bodenproben aus Flächen, die Werner Schwarz seit Januar gepachtet hat. Die Neumarkter Lammsbräu hatte der Stadt Parsberg Grundstücke für ihren Technologie-Campus überlassen. Im Tausch bekam sie Flächen, die die Brauerei an Werner Schwarz sowie Alexander Walter (Parsberg) verpachtete. Auf diesen Flächen soll nun gezielt Humus aufgebaut werden.

Kompost statt Gülle 

Der Humusgehalt kann durch die Art der Bewirtschaftung beeinflusst werden. Hilfreich sind zum Beispiel Düngung mit Kompost statt Gülle, minimale Bodenbearbeitung, Dauerbegrünung wie etwa mit Leguminosen, Fruchtfolge und Mischkulturen. Der ökologische Landbau ist entsprechend gut geeignet, Humus im Boden aufzubauen. Wichtig ist es, die Mikroorganismen im Boden ständig zu „füttern“, denn sie binden den Stickstoff so, dass er nicht ausgewaschen wird, und stellen ihn den Pflanzen zur Verfügung, wenn sie ihn benötigen.

Die Firma CarboCert überprüft den Humusgehalt von Böden. Die Probe-Entnahme erfolgt per GPS, denn bei Folgeuntersuchungen soll wieder exakt dieselbe Stelle beprobt werden können, um ein genaues Ergebnis zu erhalten. Bei Werner Schwarz wurden insgesamt 25 Bodenproben entnommen und die Daten erfasst. Die Proben werden in einem Labor untersucht. Nach einigen Jahren werden erneut Boden-Proben entnommen und die Daten verglichen. Wie sich der Humus-Gehalt entwickelt hat, lässt sich daran ablesen.

CO2-Zertifikate als zusätzlicher Anreiz

Um einen zusätzlichen Anreiz für Landwirte zu schaffen, humus- und damit klimafreundlich zu arbeiten, gibt es einen Zertifikate-Handel. Der Mehraufwand der Landwirte wird damit abgedeckt. Bezahlt werden die Zertifikate beispielsweise von Unternehmen, die ihre CO2-Bilanz auf diese Weise sinnvoll und nachhaltig verbessern können. Für Dr. Franz Ehrnsperger, der bei der ersten Bodenuntersuchung mit vor Ort war, ist dieser finanzielle Anreiz für die Landwirte jedoch nicht der entscheidende Faktor. „Der Lohn ist vor allem ein wesentlich fruchtbarerer Boden.“


Wie können Landwirte mitmachen?

Der Landwirt schließt eine Vereinbarung mit der CarboCert GmbH ab. Dabei werden die infrage kommenden Flächen zugrunde gelegt. Etwa fünf Jahre nach der ersten Bodenprobe gibt es eine erneute
Untersuchung. So wird festgestellt, ob und wieviel Humus sich aufgebaut hat. Anhand einer Berechnung werden dann die Tonnen an im Boden gebundenem CO2 berechnet. Das Ergebnis ist Grundlage für die Auszahlung eines ersten Erfolgshonorars.

 

Was Humus alles kann

          • Starkregen, Wind und Trockenheit wirken sich deutlich schwächer aus.
          • Böden mit hohem Humus-Gehalt sind erheblich weniger von Erosion betroffen.
          • Humusreiche Böden speichern Wasser besser, senken die Gefahr von Überschwemmungen und führen neues, unbelastetes Grundwasser zu.
          • Zudem ist ein humoser Boden ein hervorragender Nährstoffspeicher.

 

 

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