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Heißt es nicht immer, dass Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel ist?

Eigentlich könnte es so einfach sein: Wasserhahn aufdrehen und trinken. Leitungswasser ist zudem günstiger als Mineralwasser und enthält sogar in gewissen Mengen Mineralstoffe. Doch obendrein beinhaltet es oft auch viele Substanzen, die nichts im Trinkwasser verloren haben. Mittlerweile gibt es in Deutschland ganze Landkreise, in denen kaum ein Grundwasser noch den Vorgaben der Trinkwasser-Verordnung entspricht und deshalb chemisch und physikalisch aufbereitet werden muss. 

Nicht naturbelassen

Die Verunreinigungen müssen im Wasserwerk herausgefiltert oder durch chemische Behandlung z.B. mit Chlor oder Ozon bzw. physikalische Methoden wie UV-Bestrahlung entfernt werden. Leitungswasser wird immer behandelt. Und damit ist es alles, nur nicht naturbelassen. Grundsätzlich wäre es viel sinnvoller, die Ursache der Verunreinigungen zu beseitigen und damit zu verhindern, dass Schadstoffe ins Wasser gelangen, als diese nachträglich aufwändig zu entfernen.

Ist nicht jedes Mineralwasser automatisch "bio"?

Leider nein. Es gibt immer weniger saubere Quellen, von Menschen verursachte Verunreinigungen sind immer häufiger nachweisbar. Bio-Mineralwasser ist hingegen besonders rein. Es wird auf mehr Substanzen getestet und muss strengere Grenzwerte erfüllen. Doch "Bio" steht für mehr als die pure Wasser-Qualität. Bio beinhaltet bei Mineralwasser ein umfassendes Wasserschutz-Konzept.

Von der Quelle bis ins Glas

Ein Mineralbrunnen mit dem Bio-Zertifikat der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser verpflichtet sich, aktiv zum Schutz unserer wichtigsten Ressource beizutragen und Verantwortung zu übernehmen - von der Entstehung unseres Trinkwassers bis ins Glas. 

Schützen gesetzliche Vorgaben denn nicht ausreichend vor Verunreinigungen?

Tatsächlich gibt es die Mineral- und Tafelwasserverordnung, in der Reinheit gefordert wird. Was das jedoch genau bedeuten soll, ist juristisch umstritten. Viele Menschen verstehen darunter, es dürften überhaupt keine messbaren Mengen von Umweltschadstoffen enthalten sein. Doch das ist eine Illusion: Spätestens seit den Ökotest-Mineralwasser-Untersuchungen von 2011 und 2013 und dem Test der Stiftung Warentest von 2014 ist allgemein bekannt, dass Abbauprodukte von Pestiziden in Mineralwasser keine Ausnahme sind. 

Strengere Kontrollen

Bio-Mineralwasser wird deshalb noch strenger kontrolliert. Die Gefahr von Rückständen unerwünschter Stoffe ist daher stark minimiert. Gleichzeitig haben die Bio-zertifizierten Mineralbrunnen den Auftrag,  sich tatkräftig  gegen die fortschreitende Verunreinigung unserer Wasservorkommen zu engagieren. 

 

Ist Bio-Mineralwasser gesünder als normales Mineralwasser?

In den Bio-Mineralwasser-Richtlinien ist festgelegt, dass ein Bio-Mineralwasser mindestens eine nachweisbar gesundheitsfördernde Eigenschaft haben muss. Bei BioKristall ist das der sehr geringe Natrium- und Kochsalzgehalt.

Die Art und Menge der Mineralisierung ist übrigens kein Anhaltspunkt im Hinblick darauf, wie gesund ein Wasser ist: Die meisten Mineralstoffe nehmen wir ausreichend über unsere Nahrung auf. Wie viele und welche Mineralien ein Körper benötigt und über Mineralwasser zugeführt bekommen sollte, ist ebenso individuell  wie Geschmacksvorlieben. Deswegen kann es keine pauschale Aussage geben, wie ein Wasser mineralisiert sein muss, um gesund zu sein.

Warum gibt es eigentlich kein EU-Bio-Siegel für Mineralwasser?

Man könnte sagen, dass es noch kein EU-Bio-Siegel für Mineralwasser gibt. So, wie es für Wein lange Zeit kein Bio-Siegel gab. Das ist typisch für die Bio-Gesetzgebung: Einem EU-Siegel gehen oft privatrechtliche Zertifizierungen voraus. Der Wein wurde nach mehr als 25 Jahren privater Zertifikate (z.B. "ecovin") 2011 in die EG-Öko-Verordnung aufgenommen. Beim Mineralwasser müssen wir also vermutlich noch ein wenig Geduld haben. 

Keine Schmalspur-Siegel

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes private Zertifikat Sinn macht. Einen Biosiegel-Wildwuchs und Bio-Mineralwasser, das nur wenige Standards erfüllt, darf es im Interesse der Verbraucher auf keinen Fall geben. Der ökologische Abstand zu konventionellen Produkten muss sichergestellt bleiben. 

Wer hat die Kriterien für Bio-Mineralwasser festgelegt?

Wir machen unsere Spielregeln nicht selbst. Die Kriterien für Bio-Mineralwasser wurden von  unabhängigen Fachleuten erarbeitet. Die Vorgaben basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und betreffen die sechs Bereiche "Nachhaltigkeit", "Naturbelassenheit", "Mikrobiologie", "Chemie", "Gutes Lebensmittel" und "Transparente Information". Die Mineralbrunnen müssen 48 Kriterien mit mehreren Hundert Einzeluntersuchungen erfüllen. Diese sind zumeist strenger als die gesetzliche Mineralwasserverordnung oder sogar komplett neu, wie z. B. der Grenzwert für Uran.

Jährlicher Check 

Das Bio-Siegel wird im Namen der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. von einer staatlich beliehenen Öko-Kontrollstelle für jeweils nur ein Jahr vergeben. Auf diese Weise wird die Einhaltung sämtlicher Kriterien jährlich überprüft. 

Weshalb werden noch Individualflaschen genutzt?

Flaschen mit einer individuellen Form sind schön, lassen sich aber tatsächlich nicht so leicht wie Poolflaschen ins Mehrwegsystem integrieren, weil man sie nicht überall zurückgeben kann. Eingeführt wurden die Individualflaschen für einige unserer Produkte in den 1990er Jahren. Im Vordergrund stand damals, eine besondere Flaschenform zu finden, die dieselbe Höhe und denselben Durchmesser wie die ansonsten von uns genutzte Poolflasche hat. Dadurch konnten nicht nur die bestehenden Bierkisten weiterverwendet werden; auch die Umrüstzeiten in der Abfüllung sind kurz, was ebenfalls Energie spart und dadurch klimaschonend ist. Die Rückführung des Leerguts war in den 1990er Jahren noch kein großes Problem, weil Lammsbräu-Getränke vor allem regional getrunken und leere Flaschen direkt zurückgebracht wurden.

Bei der Entscheidung für Individualflaschen bei BioKristall spielten außerdem die Bedürfnisse der Gastronomie eine wichtige Rolle. Durch die inzwischen nationale Verbreitung unserer Produkte haben wir damit begonnen, Schritt für Schritt bei allen Produkten zu Poolflaschen zurückzukehren.

Allerdings können unsere Mehrwegglasflaschen mindestens 25 Mal wieder neu befüllt werden und es wäre nicht nachhaltig, sie vor Ablauf ihrer Nutzungszeit zu entsorgen. Deshalb wird es noch einige Zeit dauern, bis alle Gebinde ersetzt sind. Unabhängig davon ist es schlicht nicht möglich, von heute auf morgen an eine große Zahl Neuflaschen zu kommen. Die Glasindustrie war bereits vor dem Ukraine-Krieg am Limit, es war schon schwierig, an Ersatz für beschädigte Flaschen zu kommen.


Mit uns Flaschen retten
Dadurch, dass unsere Kunden in der Regel sehr verantwortungsbewusste und gut informierte Konsumenten sind, kommen jedoch ohnehin viele Flaschen zurück. Um die Quote zusätzlich zu erhöhen, arbeiten wir eng mit Naturkost- sowie Getränkefachhandel zusammen, die unsere leeren Flaschen sammeln, sortieren und wieder ins System führen. Nicht zuletzt haben wir 2021 eine Kampagne #Flaschenretten gestartet. Dabei haben wir nicht nur mit einer großen Umfrage das Rückgabeverhalten unserer Kundinnen und Kunden analysiert, sondern auch nochmals dafür sensibilisiert, wie wichtig es ist, Mehrwegflaschen zurückzubringen. 

Ist die Produktion rundum vegan?

Sämtliche biologischen Getränke-Spezialitäten der Neumarkter Lammsbräu enthalten keine tierischen Bestandteile und sind deshalb vegan. Auch die Herstellungsweise ist vegan. Eine Besonderheit gibt es bei den Flaschen: Für die Etikettierung verwenden wir einen Leim, der aus Kasein (tierisches Erzeugnis von der Kuh) gewonnen wird. Hier gibt es derzeit für uns noch keine geeignete Alternative: Wasserlösliche Leime können wir nicht verwenden, da unsere Getränke teilweise pasteurisiert werden müssen. Und lösungsmittelhaltige Leime sind aus ökologischen Gründen ein No-Go für uns. Denn uns ist wichtig, dass die Flaschen vollständig recycelt werden können sowie Leim und Etiketten kompostierbar sind.

Wird BioKristall behandelt?

Unser Wasser aus der BioKristall-Quelle wird kaum behandelt. Es wird lediglich sanft belüftet und über natürliche Filter (Perlite und Cellulose) geleitet. Für Bio-Mineralwasser ist jegliche Art von Bestrahlung grundsätzlich ausgeschlossen - auch im Hinblick auf Füllstandsmessungen oder zu Kontrollzwecken.