Aktuelles

14.05.2013

Fracking: Appell an die Bundesregierung

Die Neumarkter Lammsbräu sorgt sich um die Sicherheit unserer Wasserressourcen. Aus diesem Grund hat das Unternehmen einen Appell an die Bundesregierung gerichtet, den Sie hier nachlesen können:

 

 

 

Fracking: Unbeherrschbare Risiken für unsere Lebensgrundlage Wasser

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

mit großer Sorge verfolgen wir die aktuelle Diskussion um Fracking, denn diese Technologie gefährdet unseren wichtigsten Rohstoff: das Wasser. Mit dieser Sorge stehen wir nicht alleine. Alle Menschen in diesem Land, die sich für den Schutz unserer wichtigsten Lebensgrundlage einsetzen, darunter viele Wissenschaftler und Wasserexperten, teilen diese Sorge, dass chemische Substanzen das Wasser verunreinigen werden.

Über Fracking weiß man noch viel zu wenig, das hat auch die Fracking-Studie von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt festgestellt. Dass Fracking zu Verunreinigungen des Grundwassers und damit auch des Trinkwassers führen kann, ist aber bereits klar (siehe selbe Studie).

Über die Gefährdung des Wassers ist allgemein schon viel bekannt:

Es ist erwiesen, dass Grund- und Mineralwasser sich durch einsickerndes Oberflächen-/ Regenwasser neu bilden und unterirdisch zum Teil weite Wege zurücklegen. Auf seinem Weg nimmt das Wasser nicht nur Mineralstoffe sondern auch Verunreinigungen aus dem Boden in sich auf. Diese „Reise“ des Wassers macht das System so empfindlich.

Es ist erwiesen, dass die wasserführenden Schichten im Boden sich nicht hermetisch abriegeln lassen und dass das Tiefenwasser ähnlich den oberirdischen Bächen und Flüssen in großen Systemen fließt. Da wir aber die Vorkommen und Wege des Tiefenwassers meist nicht kennen, lassen sich auch keine wirkungsvollen Wasserschutzgebiete definieren, solange es immer wieder Lücken gibt, in denen Verunreinigungen geschehen können. Fracking ist auch außerhalb von Wasserschutzgebieten nicht verantwortbar: Ganz Deutschland muss ein Wasserschutzgebiet werden.

Es ist erwiesen, dass ausgebrachte Düngemittel, Pestizide, Gülle & Co. in den natürlichen Wasserkreislauf eindringen. Mit einer Latenz von Jahren tauchen diese Stoffe inzwischen sogar schon in vermeintlich gut geschützten Mineralbrunnen auf . So wird es auch mit den beim Fracking eingesetzten Substanzen geschehen.

Es ist erwiesen, dass es keine oder nur extrem teure und sehr aufwändige Technologien gibt, die bereits bestehenden Verunreinigungen aus gefördertem Wasser wieder beseitigen können. Für Mineralwasser sind derartige Behandlungen zudem gesetzlich verboten: Verunreinigte Brunnen würden ihre gesetzliche Anerkennung und damit ihre Wirtschaftsgrundlage verlieren. Brauereien dürften Schwierigkeiten bekommen, das Reinheitsgebot zu erfüllen.

Es ist erwiesen, dass viele lebenswichtige Organismen höchst empfindlich auf verunreinigtes Wasser reagieren und sich häufig nicht anpassen können. Eine schwerwiegende Störung des Ökosystems mit Auswirkungen auf die Nahrungskette und damit auch auf uns Menschen ist die Folge. Ein aktuelles Beispiel ist das Bienensterben, das u.a. auf pestizidverunreinigtes Wasser zurückzuführen ist und unsere gesamte Ernährung gefährdet. Alle Menschen und Lebewesen haben ein Recht auf freien Zugang zu ursprünglich reinem, unbehandeltem Wasser. Mit Fracking sind zu viele Risiken verbunden, die dieses Recht zu beeinträchtigen drohen.

Wir appellieren daher an Sie:

  • Helfen Sie, unser wichtigstes Lebens-Mittel nachhaltig vor Verunreinigung zu schützen.
  • Tragen Sie dazu bei, die Lebensbasis für uns und unsere Kinder zu erhalten.
  • Energie lässt sich auf vielfältige Weisen erzeugen, die Reinheit des Wassers ist hingegen einmalig und ganz schnell dauerhaft verloren. Fördern Sie deswegen die Erforschung und Etablierung wirklich nachhaltiger Technologien zur Energieerzeugung.
  • Unterstützen Sie keine Technologie, die nur eine kurzzeitige Lösung für unseren Energiehunger darstellt, denn auch Schiefergas ist endlich.
  • Kurzum: Unterstützen Sie ein weitreichendes Fracking-Verbot in Deutschland.

Wir sehen durchaus die Notwendigkeit, dass in Deutschland bezahlbare Energie verfügbar sein muss, und sind auch keine reflexgetriebene Verweigerer einer erfolgversprechenden neuen Technologie. Doch als Bio-Pioniere, die sich bereits seit über 30 Jahren der Nachhaltigkeit verschrieben haben und dafür auch viel Geld ausgeben, wissen wir um die zentrale Bedeutung von Wasser für alles Leben und um seine Gefährdung auch hierzulande. Deswegen setzen wir uns aktiv ein für einen besseren Wasserschutz und mehr Transparenz gegenüber den Menschen.

Fracking ist nur eine Brückentechnologie und damit ohne Relevanz; die damit verbundenen Risiken sind nicht von der Hand zu weisen und bringen langfristige Probleme mit sich.

Solange negative Folgen für Mensch und Umwelt nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden können, darf diese Technik nicht zum Einsatz kommen. Bei neuen Medikamenten ist der Risikoausschluss eine Selbstverständlichkeit; bei der Zulassung neuer Automodelle auch. Für unbekannte Technologien sollte das erst recht gelten.

Wir bitten Sie inständig, Ihre Position kritisch zu überdenken, und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüße

NEUMARKTER LAMMSBRÄU
Gebr. Ehrnsperger KG

Dr. Franz Ehrnsperger                            

Susanne Horn
Generalbevollmächtigte

 


[1] Vgl. z.B. Mineralwassertest auf Pestizide in Ökotest 7/2011 sowie „Grundwasserüberwachungsprogramm. Ergebnisse der Beprobung 2011“ der Landesanstalt für Umweltmessungen und Naturschutz Baden-Württemberg)


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